

Nachdem mein Gepäck ohne Quarantäne-Probleme (hätte ich Käthes Geschenk, ein Kirschkernkissen, doch mitnehmen können!) und ohne meinen neuen Koffergurt den Flughafen verließ, erwartete meine zwei Flugkumpaninnen und mich der Pickup-Service der Swinburne Uni, der uns einen ersten Einblick in den australischen Linksverkehr gab. Der Pickup-Service erwies sich als brilliante Angelegenheit, da wir mit dem Versuch unsere 30kg-Koffer die Treppe im Hostel hochzuhieven grenzwertig dem Scheitern entgangen sind - wie wären wir nur alleine vom Flughafen dorthin gelangt! Unser Hostel, Back of Chapel, ist wunderbar: günstig (14Euro/Nacht) inklusive Frühstück, super gelegen an der Chapel Street und direkt, also direkt direkt gegenüber unserem Campus Prahran. Wir sind in einem 4er Raum mit einer Holländerin, die ein Sprachprogramm absolviert, und einer Estländerin, die schon seit 3 Monaten dort häuslich eingerichtet ist und dafür das Hostel sauber macht- guter Deal! Es gibt anscheinend mehrere Gestalten, die dort länger verweilen- Katrin erkannte einige Leute von ihrer anfänglichen Zeit im Hostel wieder (was nun fünf Monate her ist!). Katrin! Sie war so lieb und hat uns eine Einführung in Melbourne gegeben. Es war sehr beruhigend ein bekanntes Gesicht zu sehen, da es zumindest meiner Verfassung einen festen Halt gab - während mein Gleichgewichtssinn immer noch auf Flugzeug-Ansprüche ausgelegt war und das abendliche Duschen sich als etwas schwieriger erwies - Duschzeug vom Boden aufheben und nicht umfallen! Schwer, wenn man immer noch auf Wolken geht.
So bin ich Freitag schon mehrmals die Chapel Street auf und ab gelaufen und war auch schon in der Stadt - rund um Flinder's Street. Auf der Suche nach Essen kosteten die Fragen "Chinesisch? Pasta? Oder doch lieber ein Sandwich?" mehrere gelaufene Kilometer und schwerzende Füße und brachten die Einsicht, dass Melbourne wirklich eine Großstadt ist. Am Ende landeten wir beim Chinesen und aßen Dumplings, was so ähnlich ist wie eine Maultasche oder Ravioli- jedenfalls nudelähnlich, gefüllt mit Gemüse oder Fleisch. Das letzte Essen gab es um 5 Uhr morgens im Flugzeug, so betrachtete ich gegen 15 Uhr argwöhnlich meine 10 Mini-Dumplings, die sich letztlich doch als sättigende Investition erwiesen. A-pros-pos Geld - als ich das erste Mal Geld abhob von einem gelben Automaten (ATM hier genannt) und mir ein gelber Plastik-Schein mit durchsichtigem Fenster und Sternchen darauf entgegensurrte, war ich wirklich kurzzeitig davon überzeugt Spielgeld ausgezahlt bekommen zu haben. Doch nein, die Scheine sind hier wirklich aus Plastik- unzerstörbar und bunt! Und lustige Münzen gibt es hier: je höher der Betrag, desto kleiner die Münze. Erinnert Ihr Euch an die 5-Mark-Stücke, die man ab und zu damals erwischte? So groß sind hier die 50¢-Stücke!
Der Versuch dem Jetlag fortzulaufen schlug ziemlich auf meine Laune - ich war weder in der Lage zu denken, noch zu artikulieren, was ich eigentlich will, weil ich eigentlich ziemlich willenlos war, bis auf den durchdringenden Wunsch nach einer horizontalen Schlafgelegenheit - wo ich dann um halb 8 abends landete.
Ich bin insgesamt viermal aufgewacht die Nacht. Und immer schien die Zeit einfach nicht zu vergehen- 23:20, 1:42, 4:17, 6:56. Ich fühle mich allgemein ziemlich von der Zeit im Stich gelassen. Irgendwie arbeitet sie nicht mehr nach meinen Regeln, sie braucht einfach viel länger als ich. Doch irgendwie habe ich dann auch den Samstag rumgekriegt (ich war der festen Überzeugung, es sei Sonntag!). Die erste und wahrscheinlich hoffentlich letzte Wohnungsbesichtigung getätigt, wiedermal auf der Chapel Street rumgelungert, zähflüssiges Internet in dem tollsten Zeitschriftenladen, den ich je gesehen habe, mitten drin 2 Stunden geschlafen, den Koffer sinnvoll sortiert (warum legt man Unterwäsche und andere wichtige Sachen beim Einräumen immer nach ganz unten?) und abends in der Hoffnung auf Internet in ein Café, wo es grundsätzlich auch einen Hotspot gibt, dieser aber leider nur bis 19Uhr aktiv ist. Neunzehndreißig war ich da. Auf einen Tee und ein paar Stunden Lauschen zweigitarriger Live-Musik, verweile ich während dem Schreiben dieser Zeilen noch dort und hoffe, dass meine letzten baren 5$ für die Kanne Tee ausreichen. Wünscht mir Glück!
(Kanne Tee $4 !)
Am Dubaier Flughafen gibt es übrigens Cinnabon!
Wer nicht weiß, was das ist, der klicke hier und schaue unten!

Aaaaah endlich :D
AntwortenLöschenIch hab deinem Freund schon ne SMS geschrieben, dass er mir sagen soll, ob du gut angekommen bist, aber der Herr hält es ja nicht für nötig zurückzuschreiben :P
Ich bin froh, dass es dir gut geht und es klingt doch so, als fändest du Melbourne doch erstmal sehr schön :) Tee und Gitarrenmusik klingt super...
Bin gespannt auf die Fotos! :XXX
oooh nathi :XX
AntwortenLöschenmir gehts ganz gut! habe heute die erste nacht (fast) durchgeschlafen! und seitdem ich weiß, dass es bei mcdonalds hier kostenlos wlan gibt, mag ich den laden wirklich :D
ich hoffe, dir geht es gut, meine liebe! ich bin ab und zu morgens gegen 10 online in skype!
:X